Rund drei Prozent des Bruttoinlandproduktes werden hierzulande in Forschung und Entwicklung investiert. Damit gehört die Schweiz weltweit zu den Spitzenländern. Die Privatwirtschaft spielt dabei eine wesentliche Rolle; sie trägt rund zwei Drittel aller Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen.

Der Staat fördert Innovationsprojekte dort, wo es nötig ist, insbesondere mit den Instrumenten der KTI (Kommission für Technologie und Innovation). Die Themenwahl liegt dabei in der Verantwortung der Wirtschaftssubjekte. Die KTI beurteilt die Qualität der Vorhaben bezüglich wissenschaftlichem Gehalt und wirtschaftlichem Potential und fördert die Besten mit Steuergeldern.

Die Tendenz ist erfreulich, doch wir können noch deutlich mehr Wissen in wirtschaftliche Produktion umsetzen.

Den wichtigsten Beitrag zur guten Ausgangslage schafft der Staat durch Investitionen in Ausbildung und Forschung. Viele der erfolgversprechendsten Jungunternehmen basieren auf Spitzenforschung unserer international renommierten Hochschulen. Offensichtliche Hotspots sind die beiden Hauptstandorte unserer Eidgenössisch Technischen Hochschulen in den Kantonen Zürich (ETHZ) und Waadt (EPFL).

Zwei ihrer Schwerpunktthemen sind Life Sciences und ICT. Über die Hälfte der ICT-Unternehmen, welche namhafte Investoren anziehen, haben den Sitz in Zürich. In der Waadt ist die Diversität höher, der Hauptbereich fällt auf die Life Sciences, wo wir gerade im Bereich Biotech im weltweiten Vergleich gut dastehen.

Signifikant gesteigert haben sich die Kantone Genf, Basel-Stadt, Zug und Luzern. Zusätzlich entstehen auch im Umfeld der kantonalen Universitäten und Fachhochschulen immer mehr wissensbasierte Spin-offs.

Die Tendenz ist erfreulich, doch wir können noch deutlich mehr Wissen in wirtschaftliche Produktion umsetzen. Dafür gibt es verschiedene Erfolgsfaktoren. Ganz sicher müssen wir weiterhin attraktiv bleiben für die besten Forscher der Welt; das bedingt eine schnelle, sehr liberale Lösung für deren Einwanderung.

Ferner können wir innovationsfähige KMU noch besser in Forschungsresultate einbinden. Technoparks und deren Anlässe sind dabei ein guter Ansatz. Sie bringen kreative Menschen und Unternehmen zusammen und lassen Projekte entstehen. Die neue Form des föderalistischen «Swiss Innovation Park» hat das Potential, ausländische Innovationskräfte in die Schweiz zu bringen und zusammen mit ihnen Forschungsresultate in Produkte «Made in Switzerland» umzusetzen.

Bei Hightech-Start-ups haben wir bereits ein sehr fruchtbares Gründungs-Umfeld. Für die Phase der nachfolgenden Industrialisierung zur Produktionsfähigkeit fehlt es hingegen oft an «Smart Money», das heisst Geldgeber, welche aktiv Hightech-Start-up-Perlen suchen, finanzieren und begleiten.

Der Staat kann hier zusätzlich unterstützen mit Anreizen in den Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel Steuererleichterungen, und subsidiär mit «Matching Funding», wie es viele andere Länder auch tun.

Insgesamt hat der Produktionsstandort Schweiz für hochwertige Produkte sehr gute Karten: Angefangen mit Weltklasse-Forschung dank offenen Grenzen und einem hohen Bildungsstandard in allen Produktionsstufen, über gute Infrastruktur, tiefe Steuerbelastung, politische Stabilität bis zu einem innovationsförderlich liberalen Gesetzesrahmen.

Schliessen wir also keinesfalls die Grenzen und verbessern wir sorgfältig, aber beharrlich unsere Innovations- und Produktions-Faktoren, um weiterhin an der Spitze zu bleiben.