Zu nennen sind hierbei insbesondere die Wirtschaftsfreiheit, der flexible Arbeitsmarkt, die ausgezeichnet ausgebildete Bevölkerung, die hochwertige Infrastruktur und tiefe Steuern. Aber auch die hohe Lebensqualität, vertrauenswürdige staatliche Institutionen und kulturelle Faktoren wie die grosse Skepsis gegenüber einer interventionistischen und strukturerhaltenden Wirtschaftspolitik tragen zu unserem guten Wirtschaftsstandort bei. Sie sorgen dafür, dass unser Land eines der wettbewerbsfähigsten Länder der Welt ist.

Diese Stärken zeigen sich im konstant guten Abschneiden in zahlreichen Rankings: So nimmt die Schweiz eine Spitzenposition im internationalen Innovationswettbewerb ein und führt aktuell sowohl den Innovation Scoreboard der europäischen Staaten als auch den Global Competitiveness Report des World Economic Forums an.

Als Resultat weist die Schweiz heute eine enorm grosse Vielfalt an erfolgreichen Branchen, Firmen und Standorten auf. Bei den exportorientierten Unternehmen schlagen sich diese Erfolgsfaktoren in einer besonders hohen Wettbewerbsfähigkeit nieder. Die Unternehmen haben ihre Stärken insbesondere im Entwickeln von anspruchsvollen Lösungen und dem Besetzen von Nischen durch innovative Produkte und Dienstleistungen. Viele Schweizer Unternehmen besitzen zudem die Fähigkeit, sich auf dem Weltmarkt in Nischen mit komplexen Prozessen zu etablieren, welche hohe Präzisionsanforderungen erfüllen müssen.

Die Unternehmen haben ihre Stärken insbesondere im Entwickeln von anspruchsvollen Lösungen und dem Besetzen von Nischen durch innovative Produkte und Dienstleistungen.

Die Schweizer Wirtschaftspolitik macht also vieles richtig. Doch es gibt auch einige bedenkliche Entwicklungen. Aus wirtschaftspolitischer Sicht fällt vor allem die schwache Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Produktivität negativ auf. Denn im Gegensatz zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum hat sich die Zunahme der Arbeitsproduktivität in den letzten Jahren, insbesondere seit der Finanzkrise, weiter verlangsamt.

Eine ähnliche Tendenz zeigte sich zwar in vielen Ländern. Betrachtet man jedoch die längerfristige Entwicklung, so ist die Schweiz deutlich zurückgefallen und hat ihren Spitzenplatz auch in Bezug auf das Niveau der Produktivität mittlerweile verloren. Mit anderen Worten: Wir müssen mehr arbeiten als die Bevölkerung in vergleichbaren Ländern, um einen ähnlich hohen Wohlstand zu erreichen.

Diese langsame Entwicklung der Produktivität offenbart einige Schwächen der Schweizer Wirtschaftspolitik. So sollte der Wettbewerb im Binnenmarkt in einigen Bereichen noch wesentlich erhöht werden. Zu erwähnen sind beispielsweise die mangelnden Reformen bei den Netzwerkindustrien oder Bereiche, in denen der Staat als Konkurrent zu privaten Akteuren tritt. Zudem besteht nach wie vor ein grosses Potenzial im Öffnen von Märkten für die Schweizer Unternehmen.

Schliesslich verringern die administrative Belastung und die hohen Regulierungskosten die Produktivität. Derzeit ist ebenfalls ein Engpass bei der Verfügbarkeit von Fachkräften zu identifizieren. Insgesamt kann daher festgestellt werden, dass aus einer volkswirtschaftlichen Optik grosser Reformbedarf für die Schweiz besteht.

Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, den Reformbedarf rechtzeitig und zielgerichtet anzugehen und Massnahmen umzusetzen, die verhindern, dass sich die Rahmenbedingungen in der Schweiz unnötig verschlechtern. Mit solchen Reformen sollen der Standort Schweiz gestärkt und die Arbeitsplätze in der Schweiz gesichert werden, damit die Schweiz auch für die Zukunft fit bleibt. Damit legen wir den Grundstein für den langfristigen Erhalt und die Steigerung unseres Wohlstandes.