Biotechnologie und Pharma

Spricht man über Biotech und Lifescience (Pharma, Biotech, Medtech) geht es um Forschung und Entwicklung sowie Vermarktung innovative Medikamente, Diagnostik, um neue Formen der Behandlungen im Gesundheitswesen sowie um Dienstleistungen und Technologien.
 

Die führende Position der Schweizer Pharmaindustrie ist seit vielen Jahrzehnten bekannt; weniger gut kennt man den Umstand, dass auch der Schweizer Biotech Sektor eine weltweit führende Rolle aufgebaut hat.
 

Dieser innovative Industriezweig weist für 2017 Rekordwerte bei den Finanzierungen, F&E Investitionen und Exportkennzahlen aus. Michael Altorfer, Ph.D., CEO der Swiss Biotech Association ist über diese Entwicklung erfreut:

„Die Biotechnologie- und Life-Science-Branche hat in den letzten 25 Jahren kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Dabei arbeiten die grossen Pharmakonzerne und Biotech-Firmen immer enger zusammen. Die Pharmafirmen nutzen die Innovationskraft der Biotechnologie-Branche um ihr eigenes Produktportfolio durch Lizenzabkommen oder Firmenzukäufe zu ergänzen. Biotechfirmen können mit Hilfe von Pharmafirmen sicherstellen, dass ihre neuen Produkte Patienten in der ganzen Welt schnell zur Verfügung stehen. So entstehen Win-Win-Situationen und verstärken das Wachstum beider Branchen“!

Erfolgsfaktoren

„Nebst unserer Rechtssicherheit und wirtschaftlichen Stabilität wird Innovation und Qualität in der Schweiz in jedem Bereich gross geschrieben“, so Altorfer weiter.

„In der Biotechnologiebranche hat dieses Selbstverständnis dazu geführt, dass sich die Schweiz als Produktionsstandort für komplexe Wirkstoffe etablierte und zu den Ländern gehört, die qualitativ hochstehende Patente und Wirkstoffe entwickelt, die Patienten global zur Verfügung stehen. In diesem Zusammenhang ist zu betonen, dass die weltweite Akzeptanz des Patentschutzes und entsprechende rechtliche Sicherheit einen der wichtigsten Eckpfeiler darstellt. Ein hervorragendes Bildungsangebot, hochqualitative Infrastruktur für Forschung, Entwicklung und Produktion sowie engagierte Investoren bilden weitere wesentlichen Erfolgsfaktoren. Erfolg ist attraktiv. Das starke Wachstum der Biotechbranche in der Schweiz wirkt wie ein Magnet und zieht weitere Firmen und Fachkräfte in die Schweiz“.

Investoren für Start-ups

Investoren wissen, wie erfolgsversprechend Innovationen im Biotech-Sektor sein können. Sie sind sich aber auch der überdurchschnittlich langen Forschungs- und Entwicklungsphasen bewusst. Altorfer weist darauf hin: „Produktentwicklungen dauern durchschnittlich 10-15 Jahre.

Oft werden die Risiken von einem Verbund aus Investoren, dem Management und Mitarbeitenden zusammen getragen.

Eine entsprechende Entlastung durch die steuerlichen Rahmenbedingungen - Stichwort Bewertung - trägt zur Förderung von Startups bei. Zudem sind Anschlussfinanzierungen wichtig, ebenso wie das Verständnis, dass in der Biotech Industrie die Startup-Phase viel länger dauert, als in anderen Industrien. Die Zahlen zeigen, dass wir auf gutem Weg sind.

Noch nie hatten wir in der Schweiz so viele Biotechfirmen. Technoparks, Innovationszentren, spezialisierte Berater und Stiftungen. Die zahlreichen Startup- und Standortförderungsprogramme tragen zur guten Entwicklung bei.

Das Erfolgsmodell wird klar

„Wir benötigen weiterhin gesetzlich förderliche, kompetitive Rahmenbedingungen. Unserer Branche steht im globalen Wettbewerb mit anderen Ländern und der Schweizer Markt kann nicht isoliert betrachtet werden“, gibt Altorfer zu bedenken.

Damit diese guten Rahmenbedingungen auch genutzt werden können, sind der Zugang zu Fachspezialisten und erfahrenen Managementteams und Unternehmern entscheiden.

Ebenso wichtig sind, einen effizienten Technologietransfer von den Hochschulen zur Industrie und eine starke Investorengemeinschaft. Und last but not least hilft das Commitment informierter Verbraucher“, resümiert Altorfer abschliessend.