Was versteht man ­unter ­Innovationen in der ­Chemie-Branche?
Innovation bedeutet, neue Produkte mit verbesserten Eigenschaftsprofilen dem Markt zur Verfügung zu stellen und damit bisher unbefriedigte Kundebedürfnisse zu befriedigen. Gleichzeitig heisst Innovation aber auch, ein entsprechendes Servicepaket dem Kunden anzubieten und ihn auf dem Weg zur Entwicklung eigener Innovationen zu begleiten. Die chemische Industrie steht dabei am Anfang der Wertschöpfungskette und deshalb ist es so wichtig, gemeinsam mit Kunden und potentiellen Anwendern das Zielprofil von neuen Produkten zu definieren.

Welche Bedeutung haben ­Innovationen für den Betrieb?
Innovation ist die Grundlage des Geschäftserfolgs. Sie ist auch die Grundlage, um nachhaltig und profitabel zu wachsen. Wir müssen unser Produktportfolio laufend erneuern und unsere Forschung & Entwicklung darauf ausrichten, dem Markt neue, verbesserte Produkte zur Verfügung stellen.

Und in gesellschaftlicher ­Perspektive – welche Rolle ­spielen Innovationen hier?
Innovation ist der Schlüssel für eine nachhaltige Zukunft und daher von entscheidender gesellschaftlicher Bedeutung. Aus diesem Grund sind Megatrends wie Klimawandel und Nachhaltigkeit auch im Fokus der chemischen Industrie. Eines von vielen Beispielen für Innovationen sind Produkte auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen. Insbesondere in konsumentennahen Märkten beispielsweise im Bereich der Wasch- und Reinigungsmittel oder der Kosmetik herrscht eine grosse Nachfrage nach grünen, umweltfreundlichen Produkten. Nachhaltigkeit hat einen hohen Stellenwert. Einerseits versuchen wir bei der Entwicklung von Produkten Ressourcen zu schonen und anderseits gilt es, in der Produktion die chemischen Prozesse möglichst sicher und effizient zu gestalten.

«Innovation ist der Schlüssel für eine nachhaltige ­Zukunft
und daher von ­entscheidender ­gesellschaftlicher ­Bedeutung.»

Aber wodurch zeichnet sich ­eine Innovation aus?
Wir verstehen unter Innovationen wirtschaftlich erfolgreiche Neuerungen. Das heisst: Mit jeder Innovation muss ein Mehrwert geschaffen werden. Dieser kann ein verbessertes Eigenschaftsprofil eines Produktes sein oder eine deutliche Vereinfachung bei der Verarbeitung eines Produktes, um beispielsweise Zeit und Energie einzusparen.

Welche Netzwerke bestehen zu Hochschulen und anderen ­Forschungsinstitutionen?
Die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungsinstituten spielt für uns eine wichtige Rolle, um neue Ideen und Technologien aufzugreifen. Gerade in der Schweiz gibt es eine starke Konzentration an führenden Institutionen. Wir werden unser Partnernetzwerk hier in Zukunft noch weiter ausbauen. Schon heute arbeiten wir beispielsweise mit der ETH Zürich zusammen. Dabei geht es nicht allein um eine technische Zusammenarbeit. Wir haben dadurch auch Zugang zu talentierten Wissenschaftlern und Ingenieuren, für die sich später die Möglichkeit bietet in der Branche einzusteigen.

Warum hat die Schweiz eine so hohe Innovationskraft?
Die Schweiz stellt ihren Universitäten attraktive Forschungsbudgets zur Verfügung. Und es ist bemerkenswert, dass es gerade in der Schweiz viele Firmengründungen aus Instituten heraus gibt. Es gelingt hier offensichtlich gut, technologische Entwicklungen in Geschäftskonzepte und schliesslich Geschäftserfolg zu übersetzen. Allein an der ETH Zürich sind seit 2006 über 100 Spin-off-Firmen gegründet worden.