Das Innovation Lab Schweiz (ILab) existiert seit knapp zwei Jahren und wurde 2010 an der Hochschule Luzern – Wirtschaft (HSLU-W) gegründet. Die Idee dazu ist nicht neu: Die ersten ILabs in Europa entstanden 2006 im Rahmen eines EU-Projektes. Nun wurde auf Initiative der HSLU-W der Anschluss an die existierenden europäischen ILabs gesucht und auch in der Schweiz eine vergleichbare Plattform ins Leben gerufen. «Das ILab zielt auf den Wissensaustausch zwischen Praxis und Forschung. Unkompliziert, ohne grosse Verpflichtungen und ohne grosses Tam Tam», erklärt Prof. Dr. Stephanie Kaudela von der Hochschule Luzern – Wirtschaft. Kaudela zählt neben Pierre-Yves Kocher und Prof. Dr. Patricia Wolf zu den Mitgründern des ILab Schweiz. Im Zentrum steht der Austausch zu aktuellen Themen der Organisation, des Managements und der Führung von Innovation. Die Forscher, die  nicht nur an der HSLU-W, sondern auch an der ETH, der FH St. Gallen oder der FH Bern tätig sind, gestalten mit den Unternehmensmitgliedern die ILab-Veranstaltungen, halten Referate und moderieren Workshops. Dabei stützen sie sich auf Erkenntnisse aus eigenen Forschungsprojekten. «Innovation ist heute der Schlüssel zum Erfolg. Durch die enge Zusammenarbeit mit Innovationspraktikern vor Ort können wir konkrete Massnahmen zur Verbesserung aufzeigen», so Kocher.

Langfristige und enge ­Zusammenarbeit ist das Ziel
Die Zusammenarbeit mit den Unternehmen basiert auf einer Mitgliedschaft, die jedoch grundsätzlich allen Unternehmen offen steht. Grösse oder Branche spielen keine Rolle. Aktuell sind 40 Unternehmen vertreten, darunter bekannte nationale Innovationsführer. Angestrebt wird eine langfristige und enge Zusammenarbeit mit Unternehmen, die sich auch aktiv einbringen. «Wir wollen gezielt innovative Unternehmen ansprechen, die an einem nachhaltigen Austausch interessiert sind» so Patricia Wolf.

Innovationsbereitschaft und aktive Teilnahme sind ­gefordert
Ziel ist es eine Plattform aufzubauen, welche einen gegenseitigen Erfahrungsaustausch ermöglicht. An Veranstaltungen und über das Internet soll es möglich sein Kontakte zu anderen Firmen zu knüpfen. Auch ein internationaler Austausch ist möglich. «Voraussetzung ist, dass das Unternehmen innovationswillig ist», ergänzt Wolf. Bei einer solchen Plattform wird von den Unternehmen erwartet, dass sie sich aktiv einbringen. Da die Mitgliedschaft kostenlos ist, sollen die Teilnehmer bereit sein Referate zu halten, Workshops zu leiten oder einfach mitzudiskutieren. Das ILab in Luzern ist ein Beispiel für eine Stärke des Innovationsplatzes Schweiz. Hochschulen und Privatwirtschaft stehen in enger Zusammenarbeit und im Austausch zueinander. Die Forscher profitieren von den praktischen Erfahrungen in der Umsetzung von Innovationen, während innovationswillige Unternehmen die Ressourcen und das Know-how erhalten, über die sie selbst nicht verfügen oder die sie nicht aufbauen können.