Bedingt durch die hohen Arbeitskosten sind Schweizer Unternehmen gefordert, auf wertschöpfungsintensive Produkte und Dienstleistungen zu fokussieren. Einzig durch hohe technische Qualität lässt sich ein Mehrpreis auf dem Markt erzielen. Innovation ist so betrachtet ähnlich wie ein Puzzle: Viele Teile müssen zusammenpassen, damit die Schweiz weltweit zu den führenden Innovationsplayern gehört. Zentral sind dabei ein hohes Ausbildungs- und Forschungsniveau an den Schweizer Hochschulen. Wichtig sind auch liberale Arbeitsmärkte. Ausländische Forscher und hochqualifizierte Arbeitskräfte aus der EU und aus Drittstaaten ermöglichen erst die umfangreichen Aufwendungen in Forschung und Entwicklung.

Bessere Produkte und Technologien
Diese Meinung teilt man beim Swiss Innovation Forum. Dank breiter Unterstützung aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Bildung hat sich die Institution zur führenden Plattform für Innovation, Kreativität und Design in der Schweiz entwickelt. Für Jurypräsident Fritz Fahrni, Unternehmer und emeritierter Professor für Unternehmensführung an der ETH Zürich und der Universität St. Gallen, bedeutet Innovation nicht zwingend immer mehr neue, sondern vor allem bessere Produkte und Technologien. «Bei vielen kleinen Schritten, der kontinuierlichen Innovation, führt dies laufend zu Fortschritten, von denen zahlreiche Menschen profitieren. Aus wenigen grossen Schritten etnstehen positive Revolutionen, wie etwa in der Medizin oder der Kommunikation, mit Vorteilen für die gesamte Gesellschaft.» Die Bedeutung innovativer Entwicklungen für den Wirtschaftsstandort Schweiz könne nicht hoch genug eingeschätzt werden, betont Fahrni. «Innovation ist der nachhaltigste Treiber und nutzt eine unserer wenigen Ressourcen, nämlich das Wissen und Können.» Das sichere nicht nur unsern Wohlstand, sondern fördere zum Beispiel auch bessere Lebensgrundlagen mit weniger Armut in vielen Entwicklungsregionen der Welt.

Attraktive Perspektiven
Die Zusammenarbeit zwischen Forschung und der Privatwirtschaft bezeichnet Fahrni als gut, aber optimierungsfähig. Deshalb müssten wir Sorge zu unsern liberalen Werten tragen. Eine gute Standortpolitik bedeute eine nachhaltige Innovationspolitik. Demgegenüber sei eine Staatslenkung wenig innovationsfördernd. Der Wirtschaftsstandort Schweiz habe eine ausgezeichnete Reputation und biete sowohl etablierten Firmen wie auch Startup-Unternehmen attraktive Perspektiven, sagt Fahrni. So sehr sich das kleine Land in der Mitte Europas positiv abhebe von vielen anderen Nachbarländern, so eng sei die Schweiz wirtschaftlich verflochten mit dem Rest der Welt. Eine offene Innovation bedinge Kooperationen, mit der Option auf einen EU-Beitritt. «Das bietet die beste Chance, um unsere Anstrengungen auf echte Verbesserungen zu konzentrieren und nicht in administrativ-politischen Ränkespielen zu verschwenden.»

Innovationen propagieren
Bei aller Internationalität habe sich die Schweiz ihre grossen Vorteile bewahrt – an erster Stelle die hohe soziale, politische und wirtschaftliche Stabilität, betont Fahrni. Dies mache unser Land, gerade auch für ausländische Investoren, besonders attraktiv. «Die Attraktivität für inländische Investoren wächst dabei im Gleichschritt. Dank unserer Nähe können wir leichter davon profitieren und dadurch mitgestalten.» Als Jurypräsident des Swiss Innovation Forums könne er mit kompetenten Teams dazu beitragen, die besten Technologie-basierten Innovationen zu propagieren, so Fahrni. Damit falle Unternehmen unterschiedlicher Grösse der Start in den entscheidenden Märkten leichter. Die Förderung der Innovationskultur in der Schweiz trage auch zur Vernetzung von Entscheidungsträgern und Opinion Leaders aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Bildung bei. Die Innovationsplattform fördere den Wissens- und Technologie-Transfer von Universitäten, Hoch- und Fachhochschulen in die Wirtschaft, zu KMU und Jungunternehmen und unterstütze so die Umsetzung von Wissen in marktfähige Produkte. Jetzt gehe es darum, eine nachhaltige Innovationskultur in der Schweiz zu etablieren und die Menschen für innovative Ideen und Erfindungen zu begeistern, sagt Fahrni.