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Diese 5 Berufsfelder sind besonders betroffen:

  1. Technische Fachkräfte
  2. Techniker
  3. Maschinisten
  4. Informatiker
  5. Ingenieure

In welchen Schweizer Branchen ist der Fachkräftemangel besonders eklatant?

Es gibt Knappheitsindikatoren, wie die Zahl offener Stellen, zugewanderter Arbeitskräfte oder der Deckungsgrad offener Stellen durch Qualifizierte. Vor allem in den MINT-Branchen zeigen diese Indikatoren einen Mangel an.

Aber auch überall, wo die Digitalisierung schnell voranschreitet und es neue vernetzte Kompetenzen im Bereich IT, Prozess-, System- und Problemlöseverständnis braucht. Ein Mangel wird sich früher oder später auch bei Führungskräften zeigen. 

Worauf ist der Mangel an Fachkräften hauptsächlich zurückzuführen?

Der demografische Wandel bewirkt, dass heute in der Schweiz jährlich rund 3400 Personen mehr in den Ruhestand als Junge neu in den Arbeitsmarkt eintreten. Dieser Negativsaldo steigt kontinuierlich. Dann haben die betroffenen Branchen und Berufe in der Vergangenheit zu wenig getan, um die Attraktivität technischer Berufe zu stärken.

Die Personenfreizügigkeit ist wichtig für die Schweiz, um den Bedarf an Fachkräften zu decken.

Hinzu kommt, dass die Schweiz sich lange Zeit darauf beschränkt hat, einen Grossteil der fehlenden Fachkräfte im Ausland zu rekrutieren. Seit der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative wenden sich viele ausländische Fachkräfte von der Schweiz ab, weil sich die Arbeitsbedingungen in ihrem Heimatland verbessert haben und sie das Gefühl haben, in der Schweiz nicht willkommen zu sein.

Wenn wir gerade bei den ausländischen Fachkräften sind: Welche Vor- und Nachteile hat die Personenfreizügigkeit bisher mit sich gebracht?

Die Personenfreizügigkeit ist wichtig für die Schweiz, um den Bedarf an Fachkräften zu decken. Es braucht jedoch ein Gleichgewicht: Die Entwicklung des Potenzials im Inland darf nicht vernachlässigt werden.

Denn eine starke Zuwanderung führt bei vielen zu Ängsten, Unternehmen würden inländische Arbeitnehmende durch billige Arbeitskräfte aus dem Ausland ersetzen.

Um nochmal auf die Entwicklung des inländischen Potenzials zurückzukommen: Mit welchen zentralen Massnahmen kann der Standort Schweiz gegen den Fachkräftemangel ansteuern?

Wir haben in der Schweiz immer noch gut fünf Prozent der Jungen ohne Sek-II-Abschluss. Diese muss man für die Berufslehre gewinnen, dann steigen auch ihre Arbeitsmarktchancen. Qualifizierte Frauen, die mehrheitlich Familienpflichten nachgehen, sind ein weiteres Potenzial.

Die Erhöhung ihrer Beschäftigung funktioniert jedoch nur, wenn Massnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie ergriffen werden. Ebenso muss die Arbeitsmarktfähigkeit älterer Arbeitskräfte und Führungskräfte konsequent gefördert werden.

Ein höherer Automatisierungsgrad und neue Technologien führen dazu, dass die Produktivität steigt und es weniger Fachkräfte braucht, was den Mangel entschärft.