Was trieb Sie damals zur Gründung des Unternehmens an?

Einerseits wollten wir unser Hobby, gute Gamer-PCs zu bauen, zum Beruf machen. Anderseits haben wir damals die Möglichkeit gesehen, durch clevere Nutzung von Software die Geschäftsprozesse im Handel komplett neu zu gestalten und viel mehr zu automatisieren, als es damals im klassischen Handel der Fall war.

Ziel war es, Kosten zu sparen, um diese in Form von günstigeren Preisen und besseren Leistungen an die Kunden weiterzugeben.

Hätten Sie mit dieser Geschäftsidee an einem anderen Standort als der Schweiz genauso Erfolg gehabt?

Das kann ich beim besten Willen nicht beurteilen. Diverse Punkte sprechen dafür, manche dagegen.

Wie beurteilen Sie den Technologiestandort Schweiz im Jahr 2016, verglichen mit anderen Ländern?

Als Student erlebte ich, wie heute als Unternehmensleiter auch, ein grosses Interesse der Hochschulen an praktischer Zusammenarbeit

Unser Bildungssystem und die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung machen die Schweiz als Technologiestandort grundsätzlich interessant. Darüber hinaus sind Kreativität und Eigenverantwortung die wichtigsten Innovationstreiber - aus meiner Sicht Eigenschaften, die in der Schweizer Kultur besser verankert sind als andernorts. Wir sind nicht über die Massen autoritätsgläubig und trauen uns auch über Hierarchien hinweg, Bestehendes in Frage zu stellen.

Dafür fehlt uns Schweizern manchmal ein wenig der Siegeshunger. Und wir könnten sicher mutiger sein, Neues auszuprobieren und das Risiko des Scheiterns einzugehen. Da sind die Amerikaner spitze.

Weshalb waren und sind Menschen wie Steve Jobs oder Bill Gates keine Schweizer?

Erstens haben sie einen grösseren Heimmarkt als wir Schweizer. Zweitens sind Amerikaner grundsätzlich mutiger als wir.

Was leistet der Technologiestandort Schweiz in Sachen Forschung?

Hier sehe ich zwei wichtige Elemente: Das eine ist eine gute Verzahnung von Schulen, insbesondere Hochschulen, und Privatwirtschaft. Das Bildungssystem muss qualifizierte und für die Unternehmen brauchbare Arbeitskräfte hervorbringen. Da sehe ich die Schweiz auf einem guten Weg.

Als Student erlebte ich, wie heute als Unternehmensleiter auch, ein grosses Interesse der Hochschulen an praktischer Zusammenarbeit. Eine wichtige Rolle nehmen auch die Institute der Hochschulen ein. Sie bilden die Schnittstelle.

Das andere ist die wirtschaftliche Attraktivität des Standortes. Die Schweiz ist heute attraktiv für multinationale Unternehmen. Diese Unternehmen fördern Investitionen, sorgen dafür, dass technisches Know-how in die Schweiz kommt oder hier bleibt, und leisten einen wichtigen Beitrag zur Schweizer Wertschöpfung insgesamt.

Was leistet er in Sachen Innovation?

In meinen Augen gehört die Schweiz zu den innovativsten Ländern der Welt. Grundlage sind die günstigen Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung. Zur Ruhe legen dürfen wir uns deshalb aber nicht. Wir müssen alles dafür tun, diese guten Voraussetzungen beizubehalten oder weiter zu verbessern.

Wohin entwickelt sich der Standort Schweiz?

Wir brauchen den Ehrgeiz, das beste – nicht unbedingt das teuerste – Bildungssystem der Welt zu haben. Wenn wir möglichst viele möglichst gut ausgebildete Arbeitskräfte produzieren, werden wir innovativ und als Standort attraktiv bleiben. Eine gute Ausbildung besteht dabei nicht nur in der Anhäufung von Wissen. Entscheidend ist vielmehr die Fähigkeit, sich die eigene Kreativität zunutze zu machen, um eigenständig Neues zu erschaffen.

Sind Sie selber ein Nerd, Herr Teuteberg?

Es gibt grössere Nerds. Aber ich habe auch viele Tage meines Lebens mit dem Kopf im Computergehäuse verbracht.