Ein Tier besteht aus mehr als nur Edelteilen. Viele Konsumenten haben aber den Blick für nicht so «edle» Fleischstücke verloren. «Wir sind der Ansicht, dass ein Tier mehr als nur Edelteile hat.

Daher setzen wir uns intensiv mit den Nebenschnitten auseinander. Und entdecken dabei Stücke wieder, die unsere Vorfahren noch kannten, die wir aber aufgrund neuer Kochmethoden aus den Augen verloren haben», sagt der Fachexperte Elias Welti.

Hinzu komme bei den Konsumenten eine gewisse Bequemlichkeit. «Da man oft nicht mehr genügend Zeit zum Kochen hat, legen viele rasch ein Steak oder ein Plätzli auf den Grill.

Das geht schnell und da kann nicht viel schieflaufen», so Welti. Zudem könnten wir es uns heute leisten, dasjenige Stück Fleisch zu essen, das man am liebsten hat. «Kutteln oder andere Innereien, die genauso schmackhaft sind, bleiben dann auf der Strecke.»

Respekt und Wertschätzung

Zudem zeuge die ganzheitliche Verwertung eines Tieres von Respekt und zeige die Wertschätzung gegenüber einer wertvollen Ressource. Der Verzehr aller essbaren Fleischstücke sei ein aktiver Beitrag zur Reduktion von Lebensmittelverlusten.

Es lassen sich nicht nur Edelstücke, sondern alle Fleischstücke vom Schnörrli bis zum Schwänzli schmackhaft zubereiten und geniessen

Auch müsse die Fleischproduktion von nachhaltig arbeitenden Bauernhöfen und Metzgern gezielt gefördert werden, betont Welti. «Man muss dazu den Konsumenten die Verantwortung übertragen.

Wem Nachhaltigkeit und Tierschutz am Herzen liegen, der sollte zum Beispiel nicht im Ausland einkaufen, sondern regionale Produkte und Erzeugnisse berücksichtigen.» Punkto Nachhaltigkeit seien wir alle gefordert. «Konsumenten können sich etwa im Internet informieren.

Und in der Metzgerei werden sie umfassend über besondere Fleischstücke und deren Zubereitung beraten.»

Verantwortungsvoller Genuss

«Nose to Tail» – vom «Schnörrli bis zum Schwänzli» – fördere einheimische Produkte und erhöhe damit den regionalen Versorgungsanteil, sagt Welti. «Es lassen sich so viele traditionelle und geschmackvolle Gerichte aus Grossmutters Zeiten wiederentdecken sowie neue innovative und moderne Kreationen ausprobieren.»

Welti ist überzeugt, dass «Nose to Tail»-Gerichte neue Geschmackserlebnisse wie auch mehr Abwechslung auf den Teller bringen und gleichzeitig das Portemonnaie schonen.

«Nose to Tail»-Stücke sind zudem sehr schmackhaft und bringen mehr Freude in die Küche und auf den Tisch. «Generell kann man sagen, dass das ‹Nose to Tail›-Prinzip einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Fleischgenuss garantiert», fasst Welti zusammen.