Bio-Lebensmittel stehen bei vielen Konsumenten hoch im Kurs. Sie zahlen gerne ein bisschen mehr, wenn sie dafür ein natürliches Produkt in den Händen halten, das aus einem ökologisch kontrollierten Anbau stammt.

Und wenn sie darauf vertrauen können, dass das Fleisch von Tieren stammt, die artgerecht gehalten und nicht mit Wachstumshormonen behandelt wurden.

Ökologisch, natürlich, künstlich ...

Doch mit Labels ist es eben auch so eine Sache. Regulierungsbehörden auf allen Ebenen liefern sich permanent ein Tauziehen mit Lobby-Organisationen der Industrie. Das führt zu einem ziemlichen Wirrwarr an Bedeutungen und Regelungen.

Begriffe wie ökologisch, natürlich oder künstlich sind immer auch Auslegungssache, zumindest dort, wo klare gesetzliche Regelungen fehlen.

Mehr Klarheit bei Lebensmitteln

Immerhin: Weil Bio bei Lebensmitteln ein geschützter Begriff ist, ist in diesem Bereich im Gegensatz zu anderen (zum Beispiel Kosmetik und Körperpflege) vieles klarer geregelt.

Der bekannte Slogan «Wo Bio draufsteht, ist auch Bio drin» hat bei Lebensmitteln durchaus Gültigkeitswert. Bio-Produkte weisen unter anderem deutlich weniger Lebensmittelzusatzstoffe als konventionelle Lebensmittel auf.

INFO

Glutamat ist nicht gleich Glutamat

Konsumenten aufgepasst: Hefeextrakt ist keine echte Alternative zum Geschmacksverstärker Glutamat!

Der künstlich hergestellte Geschmacksverstärker Glutamat ist in Bio-Produkten verboten. Stattdessen kommt Hefeextrakt zum Einsatz, was mehr nach Bio und Natur klingt.

Der Haken an der Geschichte: Hefeextrakt enthält ebenfalls Glutamat.

Das ist zwar auch bei einigen Gemüsen der Fall, dort allerdings nur in einem verschwindend kleinen Ausmass.

Wer auf Glutamat weitgehend verzichten will, sollte Gemüse am besten selber kochen oder in speziellen Läden auf glutamat- und hefeextraktfreie Würze oder Bouillon zurückgreifen.