Im Gespräch mit Swissmilk

 

Warum ist Milch ein so wichtiger Bestandteil für die körperliche Entwicklung und für eine gesunde Ernährung?

Milch liefert ein breites Spektrum an wertvollen Inhaltstoffen, und das in ausreichenden Mengen und optimalen Mengenverhältnissen.

Sie liefert vor allem Baustoffe wie Eiweiss, Fett, Kalzium und weitere Mineralstoffe. Diese fördern nachweislich den Aufbau und die Entwicklung der Knochenmasse und Muskulatur.

Zwar kann Milch nicht vor Osteoporose schützen (generell kann kein Lebensmittel vor einer Erkrankung schützen), jedoch hat sie einen günstigen Effekt auf die Knochenmineraldichte und damit auf die Knochengesundheit – in jedem Alter.

Viele der in der Milch enthaltenen Mineralstoffe und Vitamine (wie Kalzium, A, D, E, B2 und B12, Folsäure) können wir nur schwer regelmässig in genügender Menge aufnehmen, wenn wir keine Milch und Milchprodukte konsumieren.

Milch und Milchprodukte sind sehr hochwertig und erlauben es, den Nährstoffbedarf auf einfache, abwechslungsreiche und schmackhafte Art zu decken.

Was ist eine Laktoseintoleranz, woran erkennt man sie und worauf muss geachtet werden?

Eine Laktoseintoleranz/Milchzuckerunverträglichkeit ist keine Allergie. Vielmehr ruft ein Bestandteil der Milch, nämlich der Milchzucker (Laktose), Beschwerden hervor. Milchzucker wird im Dünndarm durch das Verdauungsenzym Laktase gespalten und als Energielieferant ins Blut aufgenommen.

Bei Personen mit einer Milchzuckerunverträglichkeit wird dieses Enzym nicht ausreichend produziert, und der Milchzucker gelangt unverdaut in den Dickdarm. Dort wird er von den Darmbakterien abgebaut, wobei Gase und kurzkettige Fettsäuren entstehen.

Diese führen zu vermehrten Darmbewegungen und können Beschwerden wie Völlegefühl, Bauchschmerzen, Bauchkoliken, Blähungen, Durchfall und Übelkeit auslösen.

Dies sind jedoch unspezifische Beschwerden, weshalb nicht jede Person, die darunter leidet, auch eine Laktoseintoleranz hat. Wichtig ist, dass häufige Verdauungsbeschwerden professionell durch eine Fachperson abgeklärt werden.

Für die Diagnose ist ein Wasserstoff(H2)-Atemtest zurzeit am besten geeignet.

Auch müssen andere Ursachen ausgeschlossen werden können. Eine Darmoperation oder entzündliche Darmerkrankungen können beispielsweise eine vorübergehende Milchzuckerunverträglichkeit nach sich ziehen.

Muss bei einer Laktoseintoleranz auf alle Milchprodukte verzichtet werden?

Nein, man sollte nicht auf Milchprodukte verzichten.
Die Laktoseverträglichkeit ist individuell ganz verschieden. Bei den meisten Betroffenen verursacht nur die pure Milch die oben erwähnten Beschwerden.

Die meisten Milchprodukte werden aber vertragen. Betroffene müssen jeweils austesten, welche Milchprodukte sie in welcher Menge vertragen.

Extrahart-, Hart- und Halbhartkäse enthalten keine Laktose mehr, Weichkäse kann noch Spuren davon enthalten. Käse kann deshalb unbeschwert konsumiert werden.

Fondue und Raclette sind ebenfalls gut verträglich. Auch Joghurt wird, dank der enthaltenen Milchsäurebakterien (verdauungsfördernd), von vielen gut vertragen.

Lebensmittel und Speisen mit kleinen Mengen Laktose oder Milchzutaten pro Konsummenge werden häufig gut toleriert.

Zudem werden laktosehaltige Lebensmittel zusammen mit anderen Nahrungsmitteln besser vertragen, als wenn sie pur konsumiert werden. Im Detailhandel ist ausserdem eine grosse Auswahl an laktosefreien Milchprodukten erhältlich, welche problemlos genossen werden können.

Welche Alternativen habe ich zu herkömmlicher Milch?

Bei Laktoseintoleranz bieten laktosefreie Milch und Milchprodukte eine gleichwertige, gute Alternative. Andere Produkte wie beispielsweise Pflanzendrinks sind ernährungsphysiologisch keine Alternative, da ihre Zusammensetzung eine völlig andere ist. Pflanzendrinks sind von Natur aus nährstoffarm.

Ihnen sind zwar bestimmte Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt, aber die Milch mit ihren vielfältigen Wirkungen können sie nicht nachahmen.

Von den Rohstoffen bleibt im Pflanzendrink nur noch ein Bruchteil zurück. Viele Drinks werden zudem gesüsst, gesalzen und enthalten Aromen und Verdickungsmittel.